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Stand: 18.05.2017

Pressemitteilung

Café auf vier Rädern soll Menschen zusammenbringen

Schüler und Lehrer sägen an einem Balken, während rechts daneben zwei Schüler mit einem Meißel einen Balken bearbeiten. Im Hintergrund der buntbemalte Bauwagen, der ein Café werden wird. Gemeinschaftsaktion von Schülern und Lehrern: (von links: Anna, Joachim Gorke-Neinert, Heinz-Michael Hülbüsch, Manuel und Niko.Caritasverband Speyer / Anja Benndorf

Sich bei Eis und kleinen Speisen, kalten und warmen Getränken näher kennenlernen und untereinander austauschen - das ist ab sofort in einem Bauwagen-Café auf dem Gelände des  Caritas-Förderzentrums St. Rafael in Altleiningen möglich. Rund 30 Stunden lang haben bis zu 20 Personen am Wochenende geschleppt, gesägt und gehämmert, gebohrt, geschliffen und lasiert, um eine kleine Begegnungsstätte mit angrenzender Bühne zu schaffen.

Zu dem Workshop hatte Lehrer Joachim Gorke-Neinert Kollegen, Kinder und Jugendliche aus der Einrichtung, Eltern, Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres und andere Interessierte eingeladen. "Dieses Projekt soll Menschen zusammenbringen, schon beim Bau", sagt der Pädagoge. Ihm gehe es um die Förderung der Gemeinschaft, betont er. "Bei uns werden alle Kräfte gebraucht, von der Putzhilfe bis zum Leitungsteam." Doch nicht alle Mitarbeiter seien miteinander bekannt. Das liege zum einen daran, dass die Einrichtung in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen sei, etwa durch die Eröffnung neuer Tagesgruppen, durch die Einführung der Frühen Hilfen und weiterer ambulanter Dienste. Gleichzeitig finde ein häufiger Wechsel der Stellenbesetzung statt.

Um im herausfordernden Tagesgeschäft miteinander kooperieren zu können, sollte man wissen, wer in der Einrichtung in welchem Bereich tätig ist. So sei die Idee entstanden, den Bauwagen zu einem Café für die Mitarbeiter und Treffpunkt für das Jugendparlament umzugestalten. Der mit einem Laminat-Boden ausgestattete Anhänger mit den wohnlich verkleideten Wänden und der bunt bemalten Außenhaut war eine Zeitlang Grünes Klassenzimmer. Davor diente er als Aufenthaltsraum für die Pfadfinder-AG, die Gorke-Neinert bis etwa 2014 geleitet hat. Leider sei das sehr zeitintensiv und deshalb irgendwann nicht mehr machbar gewesen, bedauert der frühere Bildungsreferent der katholischen Pfadfinderschaft im Bistum Speyer. Als Scout könne sich ein Kind mit all seinen Ressourcen einbringen, was auf einer Linie sei mit dem Lösungsorientierten Sozialarbeit im St. Rafael.

Der Bauwagen, der auf eine Wiese an den Eckbach gestellt wurde, könne auch als Umkleidekabine oder zum Unterstellen von Equipment für Musikbands genutzt werden. Gerade wird eine 18 Quadratmeter große Bühne gezimmert. Auf ihr sollen Theaterstücke und Konzerte stattfinden. Jetzt ist der Lehrer mit einigen Helfern dabei, Kieferholzbalken auf Pfosten zu befestigen, die in den im Boden einbetonierten Metallhalterungen stecken. Anna setzt den Akkuschrauber an. Damit nichts verrutscht, leiht ihr Mourice eine Hand.

Niko bringt derweil weitere Pfosten an der Bandsäge im Schulgebäude auf die richtige Länge. Ganz genau hat er zuvor nachgemessen. Als Gorke-Neinert schließlich die Wasserwaage anlegt, ist das Gestell für die Bühne nicht hundertprozentig gerade. "Das ist gut so", beruhigt ihn Heinz-Michael Hülbüsch, ein Vater, "ein leichtes Gefälle sorgt dafür, dass das Regenwasser ablaufen kann." Ein paar Kinder fragen, ob sie die Balken mit Holzschutzmittel anstreichen dürfen. "Wir haben einen Engpass, es ist gerade jemand losgefahren, um neue Lasur zu holen", so Gorke-Neinert, der das Konzept für sein Projekt Mitte Januar der Heimleitung vorgestellt hat.

"Ein wesentlicher Faktor, mit dem ich überzeugen wollte, ist die weitgehende Kostenneutralität", erläutert der Lehrer, der auf Sponsorensuche gegangen ist. Dabei sei "Vitamin B", also eine persönliche Beziehung zum potenziellen Geld- und Materialgeber, sehr hilfreich. Große Unterstützung gab es zum Beispiel durch die Heberger GmbH aus Schifferstadt: "Der Neffe des Chefs war mal mein Zivildienstleistender." Auch die Firma Globus habe für das Projekt gespendet.

Inzwischen liegen alle Kieferholzbalken auf den Pfosten, sodass begonnen werden kann, die an der Seite liegenden Bohlen daraufzusetzen. "Achtung, die sind unterschiedlich dick", warnt Gorke-Neinert ein paar eifrige Jugendliche. Nina bringt selbstgebackenen Kuchen zur Baustelle. Dankbar wird die Gabe angenommen, die Anna sofort in den Bauwagen trägt, um sie aus dem Fenster heraus an die fleißigen Handwerker zu verteilen. So wie auch Speisen und Getränke später aus dem Café abgegeben werden. Gorke-Neinert: "Es sollen noch ein Tisch und ein Sofa in den Wagen. Einen Kühlschrank und einen Ofen haben wir schon."

Text und Fotos: Anja Benndorf für den Caritasverband für die Diözese Speyer




 

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