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Stand: 18.05.2017

Pressemitteilung

Der kleine Muck auf dem Weg ins Glück

Theatergruppe Mutabor führt Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen standen gemeinsam auf der Bühne. Joachim Gorke-Neinert / Caritasverband für die Diözese Speyer

Einen Höhepunkt in den Schulalltag brachte kurz vor den Corona-bedingten Schulschließungen Anfang März wieder einmal die 14-köpfige inklusive Theatergruppe "Mutabor" des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus aus Landau. In der Turnhalle der Förderschule des Caritas-Förderzentrums St. Rafael Altleiningen führte Mutabor dieses Mal sein neues Stück "Der kleine Muck - ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht" von Wilhelm Hauff, auf. Bei Mutabor treten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf. 

Schon nach wenigen Minuten zog das sinnen- und farbenfrohe Schauspiel die  Zuschauer*innen in seinen Bahn. Mucksmäuschenstill klebten die Schüler*innen und Lehrkräfte förmlich den fantasievoll orientalisch kostümierten Akteuren an den Lippen. Auf der Bühne verspotten Kinder einen alten Mann namens Muck wegen seiner sonderbaren Gestalt. Ein Kaufmann greift ein und erzählt in einer Rahmenhandlung die Lebensgeschichte des kleinen Mucks, einem als sonderbar angesehenen Jungen.

Szenenbild vom Die Akteure zogen die Zuschauer in ihren Bann. Joachim Gorke-Neinert / Caritasverband für die Diözese Speyer

Vor den Augen des Publikums entrollt sich dessen Lebensweg: Der kleine Muck, überaus eindrucksvoll gespielt von Julian Jakobs, ist ein Junge, der zum Kummer seines Vaters einfach nicht wachsen will. Nach dessen Tod macht der Junge sich auf den Weg, sein Glück zu suchen. Aber offenbar passt er nicht in diese Welt voller Neid und Missgunst. Er trifft auf die hinterlistige Frau Ahavzi und ihre hinterhältigen Katzen. Auf der Flucht vor ihnen nimmt er ein paar Pantoffeln und einen Spazierstock mit, die Zauberkräfte besitzen, wie es sich bald erweist. 

Der kleine Muck stellt sich als Schnell-Läufer in den Dienst des Sultans, dessen Liebling er bald wird. Doch der Neid der Höflinge und die Leichtgläubigkeit des Sultans bringen den kleinen Muck ins Gefängnis. Um die drohende Todesstrafe abzuwenden, überlässt der kleine Muck dem Sultan die verzauberten Pantoffeln und das Stöckchen und zieht arm von dannen. 

Aufführung mit besonderen Licht- und Schatten-Effekten verstärkt die märchenchafte Atmosphäre.  Besondere Licht- und Schatten-Effekten verstärken die märchenhafte Atmosphäre des Stücks.Joachim Gorke-Neinert / Caritasverband für die Diözese Speyer

Hungrig isst er einige Feigen, nach deren Genuss ihm Eselsohren und eine lange Nase wachsen. Zum Glück verschwindet das Missgeschick wieder, nachdem er Feigen vom Nachbarbaum isst. Der kleine Muck pflückt Feigen von beiden Sorten und verkauft die üble Sorte am Hof des Königs. Das Geschrei ist groß, als alle ihre langen Ohren und Nasen bemerken. Schlussendlich verkleidet sich Muck als Arzt und heilt die Betroffenen mit der zweiten Sorte. Zur Belohnung darf sich Muck aus der Schatzkammer des Königs aussuchen, was er will. Er nimmt schnell sein Stöckchen und seine Pantoffeln und verschwindet in seine Heimat.

Für die rundum gelungene Vorführung ernteten die Mutabor-Akteure von ihrem Publikum einen zu Recht langanhaltenden Applaus. Beeindruckend war vieles, unter anderem die herausragende Spielfreude aller Beteiligten, das reibungslose Miteinander von Beeinträchtigten und Nichtbeeinträchtigten, die passende Licht- und Bühnentechnik und die künstlerische Inszenierung. 

All das ist kein Wunder: Führte doch Ben Hergl vom Herxheimer Theater Chawwerusch Regie, probte doch Mutabor ein Jahr lang intensiv für das Stück, und nicht zuletzt hat der engagierte, herzenswarme Johannes Trauth die Leitung dieser besonderen Schauspieltruppe. 

Geplant sind weitere Aufführungen, sofern der Corona-Virus keinen Strich durch die Rechnung macht, am 10. Mai im Chawwerusch-Theater in Herxheim und am 21. Juni in der Edesheimer Gemeindehalle. Den Mutabor-Akteuren sei es sehr gegönnt, dass diese und weitere Auftritte zustande kommen. 

Für das kommende Jahr darf sich die Öffentlichkeit auf das Stück "Der Fischer und sin Frau" freuen. Im Caritas-Förderzentrum St. Rafael Altleiningen ist Mutabor auf jeden Fall wieder herzlich willkommen.

Text und Fotos: Joachim Gorke-Neinert für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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